Das EU-Projekt "PROTECT – Lernen und helfen im Ehrenamt" will Menschen mit Migrationshintergrund an alternative Bildungsangebote bei Freiwilligenorganisationen des Katastrophenschutzes heranführen. Ziel ist die Förderung der sozialen und beruflichen Eingliederung bei gleichzeitiger dauerhafter Sicherstellung des Bevölkerungsschutzes.

1. Platz des Förderpreises "Helfende Hand 2014"

PRO Chronik LogoMit der Verleihung des Förderpreises "Helfende Hand" durch den Bundesinnenminister Thomas de Maizière am 1. Dezember 2014 endete das im Oktober 2011 auf Initiative der Senatsverwaltung für Inneres und Sport gestartete EU-Projekt "PROTECT – Lernen und Helfen im Ehrenamt" zur Gewinnung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern mit Migrationshintergrund für die im Katastrophenschutz des Landes Berlin tätigen Organisationen mit einem herausragenden Ergebnis.

In der Kategorie „Innovative Konzepte“ konnte das Projekt die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung aus der Hand des Ministers entgegennehmen und hat damit eine bundesweite Beachtung und Wertschätzung erlangt.

In seiner Rede anlässlich der Verleihungsveranstaltung wurde vom Innenminister ausdrücklich betont, dass mit den Auszeichnungen auch immer die Hoffnung verbunden ist, Projekte auszuzeichnen und damit herauszustellen, die nicht nur vorbildlich sind, sondern auch sinnvolle und anwendbare Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Zukunft aufzeigen. Das Projekt PROTECT hat hierfür die besten Voraussetzungen!

Hintergründe, Anlass und Partner des Projektes

Als oberste Katastrophenschutzbehörde des Landes Berlin hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport die organisatorischen und technischen Voraussetzungen für das Zusammenwirken der Berliner Katastrophenschutzorganisationen sicherzustellen.

Der Katastrophenschutz wiederum ist angewiesen auf das ehrenamtliche Engagement, das von vielen tausend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Hilfsorganisationen täglich geleistet wird.

In den letzten Jahren ist festzustellen, dass in Deutschland die Bereitschaft abgenommen hat, sich ehrenamtlich in den Organisationen des Katastrophenschutzes zu engagieren. Damit ist das qualitativ hochwertige Gefüge der Gefahrenabwehr mittel- und langfristig gefährdet.

Zu den Gründen gehören neben einem sich ändernden Freizeitverhalten, insbesondere junger Menschen, vor allem demografische Faktoren. Verstärkt wird diese Situation durch die bislang noch nicht gelungene Integration von Menschen ausländischer Herkunft in das System des durch Freiwilligenengagement getragenen Bevölkerungsschutzes.

Wie wichtig es ist, diesen Zustand zu verändern, wird deutlich, wenn man die Berliner Zahlen dafür zu Grunde legt. Bei einem geschätzten Anteil von 24,8 % an der Gesamtbevölkerung engagieren sich lediglich 2 bis 4 % der Menschen mit Migrationshintergrund in Berliner Organisationen des Katastrophenschutzes. Nach ersten Einschätzungen liegt das jedoch weniger an mangelnder Bereitschaft, sondern oft an kulturellen Barrieren oder fehlenden Informationen.

Vor diesem Hintergrund hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport im Herbst 2011 gemeinsam mit der Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (BGZ) das von der Europäischen Kommission geförderte Verbundprojekt "PROTECT – Lernen und Helfen im Ehrenamt" initiiert.

Zu den Partnern gehörten in Berlin zunächst Deutsches Rotes Kreuz – Landesverband Berliner Rotes Kreuz e. V. und Malteser Hilfsdienst e. V. Die ausländischen Partner waren das Österreichische Rote Kreuz – Landesverband Wien – , das Rote Kreuz und die Stadtverwaltung in Mataró (Spanien) sowie die Vrijwilligersacademie in Amsterdam.

Der THW-Landesverband Berlin / Brandenburg / Sachsen- Anhalt beteiligte sich später als operativer Partner.

Die Schirmherrschaft für PROTECT hat in Berlin der für den Katastrophenschutz zuständige Senator für Inneres und Sport, Frank Henkel, übernommen.

Ziele des Projektes

Hauptziel dieses über die BGZ aus Mitteln des EU-Programmes "Grundtvig – Lebenslanges Lernen" geförderten Vorhabens wurde neben dem zunächst primären Anliegen, Menschen mit Migrationshintergrund für den Katastrophenschutz zu gewinnen, im Laufe des Projektes der integrative und bildungspolitische Ansatz, Migrantinnen und Migranten einen besseren Zugang zum "Lebenslangen Lernen" zu ermöglichen und ihre Bildungsbeteiligung zu stärken. Vor dem Hintergrund, dass die traditionell im Ehrenamt tätigen Hilfs- und Katastrophenschutzorganisationen über umfangreiche und attraktive Weiterbildungsangebote – z. B. in den Bereichen Medizin, Technik, Soziales und Verwaltung – verfügen, wurde es zu einer wichtigen Aufgabe für die Projektpartner, die Migrantinnen und Migranten darüber zu informieren, sie für die Wahrnehmung der Angebote zu gewinnen, ihnen praxisbezogene Schlüsselqualifikationen und -kompetenzen zu vermitteln und dadurch ihre Beschäftigungschancen zu erhöhen. Zugleich sollten die Hilfsorganisationen ihre interkulturellen Kompetenzen erweitern und ihre Lernangebote verbessern.

Damit wurde aus einem Katastrophenschutzprojekt auch ein Integrationsprojekt, denn ehrenamtliches Engagement nutzt nicht nur dem Katastrophenschutz, sondern auch dem Einzelnen, dessen Integration durch aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unterstützt wird. Personen mit Migrationshintergrund können durch ihren Einsatz im Katastrophenschutz nicht nur zwischenmenschliche Kontakte knüpfen und sich als wichtiger Teil der Gesellschaft erfahren. Sie erwerben auch Kenntnisse und Fertigkeiten, die Perspektiven für Berufswahl und –qualifizierung eröffnen können.

Vorgeschaltete Expertise durch die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht

Bevor konkrete Maßnahmen und Vorhaben eingeleitet wurden, startete das Projekt mit einer detaillierten Analyse der jeweiligen Ausgangssituation in jedem der beteiligten Länder.

Unter der Federführung der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) entwickelten die Projektpartner ein gemeinsames Raster zur Durchführung von Analyseberichten und stimmten die Methoden für die Situationsanalyse und die abschließende Dokumentation ab. Auf dieser Grundlage erfolgten dann Dokumentenrecherche (Literatur und Internet) und Expertenbefragung vor Ort.

Die von allen vier Projektpartnern erstellten Analyseberichte dokumentierten einerseits die Situation und Bedarfe der Zielgruppe Migranten, deren spezifische Bildungssituation sowie andererseits die Situation bei den Ehrenamtsorganisationen als Bildungsanbieter, d. h. rechtliche Rahmenbedingungen, Strukturen, Kapazitäten etc. Folgende wesentliche Erkenntnisse der Analyse wurden als Grundlage für die Modellentwicklung identifiziert:

  • Für die Gewinnung von ehrenamtlichen Helfern aus Migranten-Communities reicht nicht alleine die Entwicklung eines auf die Zielgruppe abgestimmten Werbe- und Informationsangebotes. Es bestehen kaum Kenntnisse über die Aufgaben der Hilfsorganisationen.
  • Für die Communities muss es auf jeden Fall einen Mehrwert geben (d. h. einen direkten Nutzen nach Abschluss der Schulung / Ausbildung; z. B. mehr Anerkennung innerhalb einer Gruppe).
  • Bei den Migrantencommunities gibt es bereits vielfältige informelle freiwillige Tätigkeiten: Gleichzeitig fehlt das Verständnis für die Bedeutung einer unentgeltlichen Tätigkeit in formellen Organisationen des Ehrenamtes.
  • Migrantinnen und Migranten wünschen sich eine Kultur der Wertschätzung von Vielfalt. Daneben kritisieren sie die mangelnde Offenheit und die fehlenden Beteiligungsmöglichkeiten in Hilfsorganisationen.

Fazit: Zu den Instrumenten einer Gewinnung von Menschen mit Migrationshintergrund gehören vor allem ein anerkennender und wertschätzender Umgang mit Vielfalt, eine interkulturelle Öffnung der Organisationen sowie eine offensive Kommunikationsstrategie und Willkommenskultur, die deutlich machen, dass Vielfalt wirklich erwünscht ist.

Lotsenkonzept

Ein elementarer Bestandteil dieses Projektes wurde das sog. "Lotsenmodell", das aufgrund der Problemanalyse der HWR zum Tragen kam. Demnach fühlen sich die Menschen mit Migrationshintergrund nicht genügend und umfänglich über das Thema: "Ehrenamt im Bevölkerungsschutz" informiert.

Aus diesem Grunde wurden in Berlin ehrenamtliche Helfer aus den Partnerorganisationen – zumeist selbst mit Migrationshintergrund – gewonnen und durch die Absolvierung entsprechender Schulungsmaßnahmen zu Lotsen ausgebildet und somit didaktisch und methodisch, aber auch aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen, befähigt, in den Migrantencommunities für Lernangebote in den Hilfsorganisationen zu werben. Mit Infokampagnen, Pilotaktionen direkt vor Ort in den Migrantenorganisationen, aber auch in bezirklichen Verwaltungsgremien oder Kultureinrichtungen, machten die Lotsen regelmäßig auf die Ausbildungsangebote und Einsatzmöglichkeiten durch eine gezielte und direkte Ansprache aufmerksam.

Aber auch innerhalb der Katastrophenschutzorganisationen wurden die Lotsen zu wichtigen Multiplikatoren und Ansprechpartnern bei der internen Entwicklung und Gestaltung einer längst überfällig werdenden „Willkommenskultur“ für die Gewinnung von ehrenamtlichen Helfern aus der Zielgruppe der Migrantinnen und Migranten.

Im Laufe der Projektarbeit konnte dieses Lotsenkonzept durch den gegenseitigen Austausch der Erfahrungen und Erkenntnisse der EU-Partner – hier insbesondere durch das "Wiener Modell" – noch verfeinert, optimiert und operationalisiert werden.

Planung und Durchführung von Seminaren zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz bei den beteiligten Organisationen

Ein weiteres wesentliches Ergebnis der HWR-Expertise war, dass Migranten die mangelnde Offenheit und die fehlenden Beteiligungsmöglichkeiten in den Katastrophenschutzorganisationen kritisieren.

Die Möglichkeit, den Menschen mit Migrationshintergrund die Integration durch ein Engagement in den bislang doch sehr "klassischen" und eher konservativen Organisationen zu erleichtern, zielt auch auf die Reflexion und die daraus folgende Weiterentwicklung der Organisationen selbst ab (Wie offen sind die Organisationen wirklich? Wo gibt es Hürden für neue Helfer, insbesondere mit einem anderen kulturellen Hintergrund?).

Ein erfreuliches Ergebnis dieses Projektes ist, dass sich die beteiligten Organisationen selbst auf den Weg gemacht haben, sich zu verändern, ihre Willkommenskultur gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch allen anderen Neuen zu überdenken und weiterzuentwickeln. Durch eine Reihe von interkulturellen Schulungen wurden die bereits tätigen Helfer sowie insbesondere die Führungskräfte in ihrer Selbstreflexionsfähigkeit und ihrem Umgang mit "den Anderen" gefördert und gestärkt.

Gleichzeitig erstellen die Hilfsorganisationen neue Lernangebote. Nach den ersten Erfahrungen wurden mehr und mehr Elemente von "Verhalten im Notfall / Brandfall" und der Ersten Hilfe in die Schulungs-und Präsentationsmaterialien aufgenommen, um für die Teilnehmer einen größeren Anreiz zu bieten.

Umsetzung der Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen des Projektes "PROTECT"

Nachdem das EU-Projekt offiziell am 30. September 2014 mit der Erstellung eines Abschlussberichtes nach Ansicht aller Partner erfolgreich beendet wurde, konnte es in Berlin mit der Verleihung des ersten Platzes des Förderpreises "Helfende Hand" noch einen hervorragenden Erfolg verbuchen. Dieser Preis geht an alle aktiven Unterstützer von PROTECT. An die beteiligten Kooperationspartner im Inund Ausland, aber vor allem an die ehrenamtlich aktiven Lotsen sowie an unsere werbenden Projektpaten. Ihnen gebührt unser Dank, denn ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen!

Doch diese Auszeichnung war auch Lob und Ansporn zugleich, die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen dieser dreijährigen Projektarbeit aufzugreifen und den Versuch zu unternehmen, diese gemeinsam mit den Katastrophenschutzorganisationen in Berlin umzusetzen. Ein erster Schritt hierzu war die Durchführung eines Workshops am 21. Januar 2015, bei dem die Verantwortlichen der Berliner Hilfsorganisationen, des Technischen Hilfswerkes sowie der Freiwilligen Feuerwehr darüber informiert wurden, dass von Seiten der Innenverwaltung vorgesehen ist, dieses Thema künftig schwerpunktmäßig im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der Projektergebnisse zu behandeln.

Da in allen beteiligten Projektpartnerländern das in Berlin erdachte und entwickelte sog. Lotsenkonzept ein Schlüsselergebnis für zukünftige erfolgreiche Maßnahmen darstellte, sollte dieser Aspekt auch im Mittelpunkt der künftigen Strategieüberlegungen in Berlin stehen.

Vor diesem Hintergrund wurde der Vorschlag aufgenommen, die Projektmitglieder des Wiener Roten Kreuzes, die sich besonders intensiv mit der "Verfeinerung" unseres Lotsenkonzeptes auseinandergesetzt haben und damit im Verlauf der letzten Jahre einen enormen Erfolg bei der Gewinnung von ehrenamtlichen Helfern mit Migrationshintergrund erzielt haben, zu bitten, nicht nur über ihre eigenen Erfahrungen zu berichten, sondern auch die Moderation des Workshops zu übernehmen.

Mit großem Erfolg, denn dank der hervorragend strukturierten Ablaufplanung und der authentischen Beschreibung des "Wiener Modells" ist es gelungen, alle anwesenden Vertreter der Organisationen davon zu überzeugen, gemeinsam bei der Weiterentwicklung der Projektidee tätig zu werden.

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport wird hierbei im Rahmen des Möglichen Unterstützung – insbesondere für die ersten Schritte – zur Verfügung stellen. In Abstimmung mit allen Beteiligten sind weitere Treffen geplant, um zeitnah aber vor allem das weitere gemeinsame Vorgehen abzustimmen.

"Train the Trainer-Konzept" – Anpassung des "Wiener Modells" für den Berliner Katastrophenschutz

Tatsächlich hat das Wiener Rote Kreuz noch während des laufenden Projektes erkannt, welche Chancen sich aus einer unmittelbaren Umsetzung der Projekterkenntnisse für die eigene Organisation und das eigene Handeln ergeben. Projektstrukturen wurden mit entsprechendem Aufwand in die Regelorganisation übernommen. Die Ergebnisse sind überzeugend.

Vor dem Hintergrund der eigenen Projekterfahrungen und der in Österreich erfolgreichen Umsetzung von Maßnahmen in die täglichen Strukturen stellte sich die Frage, ob Vergleichbares nicht auch in Berlin denkbar und realisierbar wäre. Im Interesse des Katastrophenschutzes eines Landes sollte dann aber der Fokus nicht auf einzelnen ausgewählten Organisationen liegen, sondern ein Konzept für alle in Berlin im Katastrophenschutz verantwortlichen Einrichtungen, also sowohl Hilfsorganisationen als auch Freiwillige Feuerwehren und THW erarbeitet werden.

Spätestens nach dem Workshop zu diesem Thema im Januar 2015 waren grundsätzlich alle von dieser Idee überzeugt und bereit, sich im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten an der Umsetzung zu beteiligen.

Im Projektzeitraum 2011-2014 haben sich gerade in Berlin sehr umfangreiche und interessante Umsetzungsmöglichkeiten ergeben, die mit Ablauf des Projektes nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden konnten. Am Ende war und ist die Nachfrage nach Informationsveranstaltungen größer als die durch das Projekt vorgegebenen, leistbaren Kapazitäten. Damit sind Rahmenbedingungen für eine Umsetzung der Idee in Berlin nicht zuletzt auch durch die österreichische "Blaupause Wiener Modell" günstig.

Perspektive: Gründung der AG PROTECT – im Notfall für Berlin

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Stolze Gewinner. Innenminister Thomas de Maizière und Vertreter des Projektes bei der Preisverleihung.
(Fotos: Malteser Hilfsdienst e. V.)

Nicht etwa die Innenverwaltung, sondern die Hilfsorganisationen, die Freiwilligen Feuerwehren und das THW sollten als "Zweck- oder Interessengemeinschaft" im Mittelpunkt der weiteren Betrachtungen und der Arbeit der AG PROTECT – im Notfall für Berlin stehen. Das Hauptaugenmerk ist die Entwicklung eines gemeinsamen Konzeptes für zielgruppenorientierte Nachwuchsgewinnung für die jeweiligen Einrichtungen, ohne dabei die Individualität aufzugeben. Die Ressourcen in diesem Bereich sind begrenzt und die Herausforderungen werden weiterhin wachsen. Warum sollten die Organisationen also nicht darüber nachdenken, auch in diesem Aufgabenfeld im eigenen Interesse Synergien zu nutzen.

Aufgrund der im taktischen Einsatz ineinandergreifenden Strukturen werden die Hilfsorganisationen, die Feuerwehren und das THW überwiegend als Teil eines professionell arbeitenden und leistungsfähigen Hilfeleistungssystems wahrgenommen. Warum sollte man diesen Effekt nicht nutzen, um sich gemeinsam einem Problem zu stellen, das früher oder später jede Organisation haben wird, und zusammen Lösungsmöglichkeiten zu suchen, die allen nützen.

Berlin bietet als Metropole verschiedene Möglichkeiten, die Zielgruppen zu erreichen und die Synergien im Bereich Aus- und Fortbildung zu schaffen.

Natürlich existiert ein Spannungsfeld zwischen dem gemeinsamen allgemeinen Lösungsansatz und der Individualität der einzelnen Organisationen und Behörden. Darüber hinaus sind die Ressourcen in den einzelnen Bereichen begrenzt, dieser Tatsache sind sich alle Beteiligten durchaus bewusst und somit muss jede verantwortliche OrganiOrganisation eine Antwort auf die Frage finden, ob sich der Aufwand lohnt.

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport sieht hier eine große Chance für die Hilfsorganisationen, die FF und das THW, sich auf die weiteren demografischen Entwicklungen einzustellen. Die Hauptstadtregion Berlin / Brandenburg wird wachsen und daraus werden sich über den Status quo hinaus neue Herausforderungen, aber auch neue Möglichkeiten ergeben. Deshalb unterstützt und moderiert sie auch diese erste Strukturierungsphase.

Idealmodell der AG PROTECT – Im Notfall für Berlin ist eine von allen Akteuren gemeinsam getragene Organisationsform, die zusätzlich von denen unterstützt wird, die in Berlin unmittelbar oder auch nur mittelbar profitieren. Dazu gehören neben der Innenverwaltung und der Berliner Feuerwehr vor dem Hintergrund des Integrationsansatzes oder einer beruflichen Weiterqualifizierung natürlich auch andere Verwaltungsbehörden und Einrichtungen.

Die ersten vielversprechenden Schritte sind getan, um von innen nach außen eine tragfähige, von allen akzeptierte und im Wesentlichen von allen Akteuren getragene, leistungsfähige Struktur zu schaffen. Sie könnte zukünftig in der Lage sein, die Hilfsorganisationen, deren Leistungsfähigkeit, deren Betätigungsmöglichkeiten für freiwilliges Engagement aktiv darzustellen, die Strukturen selbst bedarfs- und zukunftsorientiert auszurichten, Vernetzung zu anderen gesellschaftlichen Bereichen zu schaffen und damit Anerkennung und Bestätigung für ihre ggf. auch über den Katastrophenschutz hinausgehenden Aufgaben zu erhalten.

© Dirk Würger und Ingo Krüger